Unser Gelbvieh ist einzigartig, 
aber auch vom Aussterben bedroht.



Es ist ein sehr ursprüngliches und naturbelassenes Rind. Wegen seines einfarbig gelb bis braun-rötlichen Haarkleids wird es Gelbvieh genannt. Da es vor allem im fränkischen Raum gehalten und gezüchtet wurde, wird es oft auch als "Gelbes Frankenvieh" bezeichnet.

Es ist auf einen alten rotbraun gefärbten keltisch-germanischen Landschlag zurückzuführen. Schon zur Zeit der Germanen bildete es eine wichtige Lebensgrundlage der verschiedenen Stämme und beeinflusste das Leben der Menschen stark. Neben Fleisch und Milch lieferte es auch Kleidung und sonstige Gebrauchsgegenstände. Besonders geschätzt wurde aber vor allem die Arbeitsleistung der Tiere.

Es ist daher von hohem kulturhistorischen Wert. Was aber noch wichtiger ist:  Es hat - das haben neuere Forschungen ergeben - besondere Gene, die bei keiner anderen Rinderrasse zu finden sind. Beim Aussterben des Gelbviehs würden diese Gene unwiederbringlich verloren gehen.

Das Gelbvieh wird heute vor allem zur Milcherzeugung in "Low-Input-Betrieben" wie z.B. in Biobetrieben aber auch in der Mutterkuhhaltung gehalten.
Die fleischbetonte Doppelnutzungsrasse ist mittel- bis großrahmig und in der Mittelhand von überdurchschnittlicher Länge.
Sie besitzt daher ein hohes Futteraufnahmevermögen in Verbindung mit sehr gutem Fleischansatz. Die Schlachtkörper von Gelbvieh-Tieren zeichnen sich durch eine hervorragende Fleischqualität aus.

Da das Gelbvieh "nur" ein mittleres Milchleistungsvermögen hat, wird die Milch hauptsächlich aus dem Grundfutter erzeugt. Kraftfutter muss nur wenig eingesetzt werden. Das Gelbvieh verfügt über ein starkes, korrektes Fundament mit dunkler, harter Klaue. Durch die Langlebigkeit, Robustheit und hohe Anpassungsfähigkeit eignet sich das Gelbvieh hervorragend für die Mutterkuhhaltung.

Gelbvieh hat sehr gute Muttereigenschaften:
Die Tiere sind frühreif und ausgesprochen gutmütig. Die regelmäßige Trächtigkeit und problemlose Abkalbung bringt gute Aufzuchterfolge.
Eine für Mutterkühe hohe Milchleistung sorgt für eine zügige Anfangsentwicklung und hohe Absetzgewichte der Kälber. Die männlichen Absetzer erreichen tägliche Zunahmen bis über 1400 g.